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 | WIR & SPUR = GEFLECHT |
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Einladung
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ERÖFFNUNGSAUSSTELLUNG Gruppe Geflecht in der FORUM GALERIE VAN DE LOO, Donnerstag, den 4. April 1968, 20:15 Uhr - Helmut Heissenbüttel liest "Portrait eines berühmten ortsansässigen Kunstkritikers"
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Raum und Geflecht
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In jedem Stil ist das Ornament der Formkeim und das formale Ordnungsprinzip. Wenn der Stil und damit das Ornament zerfällt, tritt an dessen Stelle die lndividualstruktur. Im Augenblick einer Stilsuche, die nur in der Gruppe möglich ist, tritt bei dem Einzelnen die Individualstruktur zurück: es entsteht der Wille zum Ornament. Ornament, verstanden in seiner ursprünglichen Bedeutung: von ordinare kommend und nicht von o r n a r e = schmücken, ordinamentum als elementare Ordnungsform. Unser Ornament ist also nicht Dekor, nicht addiertes Muster, sondern der Formkeim einer räumlich sich entwickelnden und sich verflechtenden Gestaltung, mit deren Hilfe der an sich gestaltlose Raum konkretisiert werden kann. Dadurch gewinnt er eine Proportion zum Menschen, und der Mensch ist als Abbild nicht mehr notwendig. Unser Ornament ist somit Ausdruck unseres Verhaltens zur Welt; sowie zum Beispiel die germanische Vorzeit ihr Ordnungsprinzip und ihr Weltbild im Flechtbandornament ausdrückte und organisierte. Ein weiteres Beispiel: die Malanggane von Neu-Irland!
Geflecht ist weder Fetisch noch Objekt, das fertig vor uns steht, sondern es entsteht beim bildnerischen Prozeß, bei dem dynamische Richtungstendenzen und somit ein wesentliches Merkmal des Ornaments auftreten. Ornament ist nicht Ziel und Selbstzweck, sondern ein Gestaltungsprinzip, das zunächst noch die Bildfläche als Träger hatte und diese überfüllte — sowohl in der zweiten, als auch in der dritten vorgetäuschten Dimension (unsere Drucke sind dafür ein Beispiel). Damit sprengt das Ornament zwangsläufig den Bildrahmen und drängt so zu den Antiobjekten. SPUR und WIR
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